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Lerntipp III: Spaß mit Lernspielen

Von Katharina Leitner am May 05, 2012

 

Im vierten Lernschritt der Birkenbihl-Methode, den Aktivitäten, kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Lernspiele sind besonders effektiv, denn sie machen Spaß und bringen raschen Lernerfolg. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie alt-bekannte Spiele zum Sprachenlernen verwenden können.

  1. „Ich sehe was, was du nicht siehst“

Wer Fragespiele mag, sollte sie auch in Sprachen, die er/sie lernt, als eine wunderbare Quelle des Denkens in der Zielsprache nutzen. Nicht nur „Ich sehe was, was du nicht siehst“ bietet sich hierfür wunderbar an, sondern auch jede andere Art von Rätselspiel. Sie profitieren auf zwei Ebenen: Erstens, weil Sie das Sprechen der Sprache üben, zweitens, weil Fragespiele zum besten Denk-Training gehören!

  1. Wer? Tut? Wie? Wo?

Es gibt verschiedene Versionen dieses Spiels, jedoch ähneln sie sich alle. Jede/r Spieler/in benötigt ein Blatt Papier und teilt es in vier Spalten mit den Beschriftungen Wer? Tut (was)? Wie? Und Wo? Jede/r Spieler/in notiert in der ersten Spalte eine Antwort zu Wer? Das kann eine lebendige Person, ein Charakter aus einem Film, eine Comic-Figur etc. sein. Danach knickt jeder sein Blatt so, dass die Antwort verborgen ist. Nun werden die Blätter im Uhrzeigersinn weitergegeben, ehe jede/r die nächste Frage beantwortet. Nach einer Spielrunde sind alle Spalten voll und die Sätze werden einzeln laut vorgelesen. Dadurch entstehen lustige Sätze, wie „Oma kauft geizig unter der Bettdecke“ oder „Donald Duck schläft trällernd beim Grill“.

Abgesehen vom Spaß, der durch dieses Spiel in der Gruppe entsteht, entwickeln die Spielenden ein Gefühl für den korrekten Satzbau: Wer – Subjekt, Tut – Prädikat, Wie – Adverb, Wo –  Adverbiale des Ortes.

  1. Stadt – Land – Fluss und Varianten

Das berühmte Stadt-Land-Fluss Spiel kann man auch variieren. Die Kategorien könnten zum Beispiel Tiere-Essen-Einrichtung-Natur sein. Zusätzlicher Vorteil: Beim Zählen der Punkte werden auch noch die fremdsprachigen Zahlen gelernt.

  1. Kreuzworträtsel

Wer gerne Kreuzworträtsel löst, kann dies auch in einer Fremdsprache tun. Es gibt sogar Computerprogramme, die für individuelle Begriffe Kreuzworträtsel basteln. Entwerfen Sie selbst (oder mit Hilfe eines Programms) ein Kreuzworträtsel. In einigen Wochen, wenn Sie sich nicht mehr so genau an das Rätsel erinnern, versuchen Sie, es zu lösen. Denken Sie daran, das Rätsel so zu gestalten, dass Sie genügend Platz zum Ausfüllen haben, denn je kleiner die Vorlage ist, desto diffuser ist die Wahrnehmung und desto weniger ist sie geeignet, um Nervenbahnen anzulegen oder zu verstärken!

  1. Rollenspiele

Rollenspiele sind eine wunderbare Vorbereitung auf die Praxis. Sie lernen sogar schon beim bloßen Zuschauen! Noch effektiver ist es, mit einigen Mitlernenden ein Rollenspiel zu veranstalten.

Wenn Sie keine Mitlernenden finden, können Sie jedoch auch alleine spielen. Wenn in einer Szene zum Beispiel ein Gast sitzt, ein Ober hingegen steht, kann man beide Rollen abwechselnd sprechen und durch das Sitzen beziehungsweise Stehen zeigen, wessen Rolle man gerade innehat.

  1. Pantomime

Wenn die Gruppe der Mitlernenden groß genug ist, ist Pantomime ein Spiel, das großen Spaß macht. In Gruppen aufgeteilt, fertigt jede Gruppe beispielsweise eine Liste mit mindestens 5 Freizeitaktivitäten an. Danach führt eine/r aus der Gruppe eine der Aktivitäten pantomimisch vor und die Gegner müssen die Aktivität erraten. Zur Vertiefung kann jede Gruppe zudem Zeichnungen der Aktivitäten anfertigen.

Lernen mit diesen Spielen kann großen Spaß machen – versuchen Sie es selbst!

Bis zum nächsten Mal,

Ihre Kathi Leitner

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